Geschichte der St. Hedwigs-Kathedrale

Die Hedwigskirche wurde nicht als Bischofssitz gebaut. Sie war die erste katholische Kirche, die in der Residenzstadt Friedrichs des Großen nach der Reformation gebaut werden durfte. Mit ihr wurde die katholische Kirche in Berlin wieder sichtbar und identifizierbar.

Juli 1747: Grundsteinlegung

Der Bau geschah auf Wunsch der katholischen Gemeinde und mit der Zustimmung Friedrichs des Großen, der den Katholiken Berlins auch den Baugrund - mit Fundamenten des ehemaligen Wittgensteinschen Bollwerks – schenkte.

Die Pläne für den Bau stammten von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der sich an Skizzen von Friedrich II. orientierte, welcher sich bewusst an das Pantheon anlehnte. Den Bau führte Johann Boumann d. Ä. aus.

Im 18. Jahrhundert gehört der eindrucksvolle klassizistische Rundbau mit weit gespannter Kuppel und mächtigem übergiebelten Säulenportikus zu den wenigen bedeutenden Kirchenbauten in Berlin.

1. November 1773: Kirchweihe

Die Kirche wird von Ignatius Krasicki, Fürstbischof von Ermland, an Allerheiligen geweiht.

1887 Vollendung des Außenbaus

Johann Baptist Assman, Delegat in Berlin, initiiert die Vollendung der Kirche. Der Baumeister Max Hasak gibt der Kuppel ein neues Kupfergewand und einen Aufsatz mit einem gut sichtbaren, dominanten Kreuz.

1930: Erhebung und Umbau zur Kathedrale

Im Jahr 1930 wird das Bistum Berlin gegründet und die Hedwigskirche zur Kathedrale erhoben. Um den neuen Anforderungen als Bischofskirche gerecht zu werden wird sie von 1930 bis 1932 vom Architekten Clemens Holzmeister umgebaut, unter anderem wird der Altarraum nach hinten zum kleinen Kuppelbau geöffnet.

1. März 1943: Zerstörung im 2. Weltkrieg

Nach einem Bombentreffer zerschlagen brennend herabstürzende Kuppelteile den Fußboden. Innenraum und Krypta brennen völlig aus, nur Außenmauern und Säulenkerne bleiben erhalten.

Mai 1952: Wiederaubau

Die Kuppel wird mit 84 Stahlbetonsegmenten wieder aufgebaut und die Grabstätten aus der Krypta werden auf Friedhöfe verlegt.

1960 – 1963 Umgestaltung des Innenraums

Der neue liturgische Innenraum der Kathedrale entstand nach Plänen Hans Schwipperts. Dessen Raumkonzeption beeindruckt durch die außergewöhnliche Raumaufteilung in Oberkirche und Unterkirche. Dazu wurde die ehemalige Krypta umgestaltet und mit 8 kleinen Kapellen ausgestattet.

Die jetzige Oberkirche und Unterkirche sind zueinander geöffnet und durch den Altar miteinander verbunden. Die Öffnung zur Unterkirche hat einen Durchmesser von 8 m. Eine breite, sich teilende Treppe führt von der Oberkirche hinab.
Der Altar mit Kreuz und Tabernakel bildet die liturgische Mitte der Kirche, um die sich die Gemeinde in ursprünglich radial angeordneten Sitzreihen versammelt.

1978 Einweihung der Orgel

Die Orgel der Firma Klais (Bonn), die schon 1930 die im Krieg zerstörte Vorgängerorgel baute, wurde am 29. Januar 1978 geweiht.

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2009 Sanierung der Hülle

Die Kathedrale wird außen komplett gereinigt und saniert.

1. September 2018: Schließung der Kathedrale

Anlässlich der dringend anstehenden Sanierung des Innenraums der Sankt Hedwigs-Kathedrale und des benachbarten Bernhard-Lichtenberg-Hauses hat Erzbischof Dr. Heiner Koch auch die Umgestaltung der Kathedrale und den Teilabriss und Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses beschlossen. 2013 lobte Kardinal Woelki einen offenen Realisierungswettbewerb aus.

Die Umgestaltung erfolgt auf der Grundlage des Entwurfs des ersten Preisträgers des offenen Architektur-Wettbewerbs, Sichau & Walter mit Leo Zogmayer. Als zentrale Maßnahme rückt der Altar in die Mitte. Die Gemeinde versammelt sich in Gemeinschaft um den Tisch des Herrn.

Liturgisch konkretisiert der Entwurf den Gedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 – 1965), dass die am Altar gefeierte Eucharistie Höhepunkt und Quelle allen kirchlichen Handelns ist. Zugleich vervollständigt der Altar in seiner Halbkugel-Form die in der Kuppel angelegte, der Kathedrale eingeschriebene Kugelform.

Für die Dauer der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen bleibt die Kathedrale geschlossen. Die Gottesdienste finden in St. Joseph (Berlin-Wedding) statt.

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