Kapellen

Von der Unterkirche, die vormals als Krypta benutzt wurde, gehen acht kleine, kreisförmig angeordnete Kapellen ab. Sie sind mit Fensterbildern ausgestattet, geschaffen von Karl Clobes (Tückelhausen). Die fantasievollen schmiedeeisernen Gittertüren der Eingänge fertigte Philipp Schrepfer (Würzburg).

Die Taufkapelle

Rechts vom Altar gelegen liegt die erste Kapelle, welche als Taufraum ausgestattet ist. In der Mitte der Kapelle steht der kreisrunde Brunnen aus Naturstein, welcher von Hans Wachter geschaffen wurde. In der Apsisnische steht der Osterleuchter in einer steinernen Halterung, und in einer Mauerkante ist ein Tabernakel eingesetzt, in welchem die Taufgeräte und das hl. Chrisam, das Salböl für die Täuflinge, aufbewahrt werden.

Die Hedwigskapelle

Wie der Name schon andeutet ist dieser Raum der Schutzpatronin der Kathedrale und der Schlesier geweiht. Hier sticht besonders eine Statue der Heiligen heraus, eine barocke und sehr bewegte Darstellung. Durch den kleinen Altar in der Nische der ebenfalls von Hans Wachter ausgestatten Kapelle ist es möglich, hier mit kleineren Gruppen Gottesdienst zu feiern.

Die Bernhard-Lichtenberg-Kapelle

Zentrum dieser Gedenkkapelle ist das Grab von Dompropst Bernhard Lichtenberg. Er predigte den Gläubigen christliche Verantwortung angesichts der Willkür des Naziregimes. Auch betete er öffentlich in der Kathedrale für die verfolgten Juden und war verantwortlicher Referent des Bischöflichen Hilfswerks für Juden und nichtarische Christen. Dafür wurde er inhaftiert und ist nach zwei Jahren im Tegeler Gefängnis auf dem Transport ins KZ Dachau am 5. November 1943 verstorben. Am 23. Juni 1996 ist er in Berlin von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen worden.

Als wertvolles Gedenkstück neueren Datums wird hier die Urkunde aus Yad Vashem (2004) zur Ehrung Bernhard Lichtenbergs als „Gerechter unter den Völkern“ gezeigt.

Sein Grab liegt im Boden eingelassen unter einer in Bronze gegossenen Platte. An der Wand befinden sich weitere Bronzeplatten, die die Namen von Opfern nationalsozialistischer Gewaltherrschaft unter den Berliner Katholiken tragen.

Die Grabkapelle

Hier liegen drei Bischöfe des Bistums begraben: Bischof Wilhelm Weskamm, Alfred Kardinal Bengsch und Georg Kardinal Sterzinsky.

In einer Nische befindet sich ein Corpus des Gekreuzigten, vermutlich ein Werk des 19. Jahrhunderts. Es ist eines der wenigen Stücke, die aus der Zeit vor der Zerstörung erhalten sind. Es wurde in den Trümmern der zerstörten Kathedrale gefunden und wiederhergestellt.

Direkt vor dem Kruzifixus steht ein monumentaler siebenarmiger Leuchter aus Bronze, geschaffen 1985 von Werner Gailis.

Den Beerdigten wird mit Bronzetafeln gedacht. Die erste erinnert an Bischof Wilhelm Weskamm, der im Jahr 1955 in einer Zeit von Armut und Not den Wiederaufbau der Kathedrale mutig in Angriff nahm. 1968 konnte sein Leichnam in die Kathedrale übertragen werden.

Als zweites wurde Alfred Kardinal Bengsch in dieser Kapelle bestattet, der an Allerheiligen 1963 die wiederaufgebaute Kathedrale neu einweihen konnte.

Im Jahr 2011 starb der in Ruhestand getretene langjährige Berliner Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky. Auch er ist in der Kapelle beigesetzt und es wird mit einer Bronzetafel an ihn erinnert.

Die Marien- und Gedenkkapelle

Diese Kapelle erinnert an die Katholiken unseres Bistums, die in der NS-Zeit ihr Leben verloren, weil sie sich zu ihrem Glauben bekannten, sich für andere einsetzten oder zu Unrecht und Willkür nicht schweigen wollten.

Dort befindet sich auch eine Kopie der Pietà von Michelangelo. Auf Initiative des VCI zu dessen 100-jährigem Jubiläum 1977 wurde aus gemahlenem Carraramarmor und Polyesterharz ein Abguss nach der Kopie in den Vatikanischen Museen gefertigt. Als Geschenk an die St. Hedwigs-Kathedrale von Papst Paul VI. ist die Nachbildung dort seit 1978 zu sehen.

Die Schatzkammer

Im dritten Raum rechts des Altars befindet sich die Schatzkammer, in der historische und liturgische Objekte gesammelt werden.

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Die St. Otto-Kapelle

Hier wird in einem Reliquienschrein unter dem Fenster eine Armreliquie des Hl. Otto, ein Geschenk aus Bamberg, verwahrt. Der Hl. Otto (1060-1139) ist wegen seiner erfolgreichen Missionsreisen nach Pommern, ins heutige Bistumsgebiet, der zweite Patron des Bistums Berlin.
In der Kapelle stehen zwei Bischofsfiguren aus Holz, die vermutlich aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen.

Die Grabkapelle

In dieser Kapelle befinden sich die Grabstätten der ersten Bischöfe von Berlin. Als Andachtsraum akzentuiert wird sie durch eine Pietà aus Holz, eine vorzüglich gearbeitete Schnitzgruppe aus der Zeit nach 1400, der Reihe der „Schönen Vesperbilder“ zugehörig.