Altarraum

der St. Hedwigs-Kathedrale

Der Altarraum befindet sich um drei Stufen erhöht auf einer runden "liturgischen Insel" gegenüber dem mittleren Eingang und bildet so eine der wesentlichen Achsen der Kirche von Orgel bis Bischofsstuhl. Er übernimmt die runde Form der Kirche und des Eingangs zur Unterkirche. Mit dieser ist er durch den mächtigen Altarsockel verbunden.

Der Altar

Der Altar steht am Rand der "liturgischen Insel" und wird vom einfallenden Licht der Kuppelöffnung beschienen. Er verbindet durch seinen mächtigen Marmorsockel Ober- und Unterkirche. Unten ragt eine zweite Altarmensa hervor, dem Ort für das Allerheiligste.

Das Altarkreuz

Das auffällige Kreuz hat die griechische Form, also gleichlange Arme und misst 42x42 cm. Es ist mit vergoldetem Kupfer bekleidet und auf der Rückseite mit Emailleverzierungen durchsetzt. In der Mitte ist ein Corpus, welches aus einem Stück Elfenbein gefertigt wurde. Es zeigt in klaren, strengen Linien Christus mit einem langen, herabfallenden Gewand bekleidet. Die wertvollen Materialien geben dem Kreuz einen Charakter von Kostbarkeit.

Hergestellt wurde das Kreuz in der Goldschmiede Fritz Schwerdt und Hubertus Förster in Aachen für die Neuweihe der Kathedrale.

Der Tabernakel

Der Tabernakel in der Unterkirche wurde von derselben Werkstatt geschaffen wie das Kreuz und soll in der Gestaltung Ober- und Unterkirche miteinander verbinden.

Er hat eine würfelförmige Gestalt und ist mit vergoldeten Platten bekleidet. Innen wie außen ziert ihn ein Muster aus versetzten Dreiecken. Der Deckel ist mit Bergkristallen ausgestattet, so dass der Tabernakel auch von oben gut sichtbar ist.

Die Kathedra (Der Bischofsstuhl)

Auch der Bischofssitz gehört zu den zentralen Elementen der Kathedrale. Er kennzeichnet in der Mitte der Altarnische eine der wesentlichen Raumachsen.

Die Kathedra ist bis auf das Bischofswappen schlicht gehalten. Gerahmt wird sie von dem bodenlangen gestalteten Vorhang an der Rückwand der Nische.

Die Petrusstatue

Die Petrusstatue in der Nische des Altarstipes stammt aus der Zeit um 1340 und lässt sich der „Schönen Schule von Siena“ zuordnen. Sie ist ein Geschenk von Papst Johannes Paul II. zum 50-jährigen Bistumsjubiläum im Jahre 1980. Der Hl. Petrus ist der erste Bistumspatron.

 

Die Wandteppiche

Zum Bestand der Kathedrale gehören drei Wandteppiche, die je nach Bezug zum Kirchenjahr und Anlass an der Rückwand des Altarraumes aufgehängt werden können. Allen gemeinsam ist das Motiv der Stadt Gottes, des „Himmlischen Jerusalem“ aus der „Offenbarung“, dem letzten Buch der Bibel.

Ein Gobelin von Grete Reichardt aus Erfurt, 1963 handgewebt, zeigt in gedeckten grau-grünen Farben eine sich auftürmende stilisierte Stadt mit den Apostelnamen auf ihren Grundsteinen. Gott als ihre Mitte ist durch die Bilder Lebensbaum und Lamm als Christussymbol vergegenwärtigt.

Ein zweiter Teppich wurde von Anton Wendling vor 1965 in Applikentechnik gefertigt. Wendling gestaltet in festlicher Farbigkeit und geometrischer Komposition eine hochragende Idealarchitektur und setzt die reiche Symbolsprache der Apokalypse, der „Offenbarung“  ins Bild.

Der dreiteilige Webteppich von Else Bechteler (München) ist in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Gobelinmanufaktur 1979-1981 entstanden. Er bezieht sich auf das 4. Kapitel der „Offenbarung“ und zeigt Gott als den,  „der auf dem Thron sitzt“ und gleichzeitig nah ist als „Gott unter uns“ mit segnend ausgestreckter Hand.