Die Kapellen

Um die Unterkirche befinden sich acht kleine, kreisförmig angeordnete Kapellen. Alle Fensterbilder in den Kapellen schuf Karl Clobes (Tückelhausen). Die schmiedeeisernen Gittertüren fertigte Philipp Schrepfer (Würzburg).

1. Kapelle von rechts - Taufkapelle

Das Taufbecken aus Naturstein und Bronze wurde von Hans Wachter (Kempten) gestaltet. Der bronzene Osterleuchter ist ein Werk von Prof. Werner Gailis (Berlin) und zeigt Szenen aus der ’Offenbarung’.

2. Kapelle von rechts - Hedwigskapelle

Hier steht eine Holzschnitzfigur der Hl. Hedwig mit einem Kirchenmodell als ihrem Attribut in der Hand. Diese schlesische Arbeit um 1720/30, ein Geschenk aus Breslau zur Kirchweihe, ist noch aus dem Originalbestand erhalten.

3. Kapelle von rechts - Schatzkammer

Eine kleine Sammlung liturgischer Geräte und Paramente kann besichtigt werden, darunter sowohl künstlerisch wertvolle als auch historisch prägnante Stücke. Bedeutsam ist ein Hedwigsreliquiar von Andreas Heidegger, ein Geschenk aus Breslau zur Einweihung der Kirche. Ein wertvolles Gedenkstück neueren Datums ist die Urkunde aus Yad Vashem zur Ehrung Bernhard Lichtenbergs als „Gerechter unter den Völkern“.

4. Kapelle von rechts - Grabkapelle

Es befinden sich hier die Grabstätten der Bischöfe Weskamm, Bengsch und Sterzinsky. Die Bronzetafeln der Gräber gestaltete Hubert Elsässer. Ein Osterleuchter aus Bronze wurde 1985 als Auftragswerk Kardinal Meisners von Werner Gailis geschaffen. Der siebenarmige Leuchter mit Motiven des „Himmlischen Jerusalem“ ist ein Geschenk des Künstlers an die Bischofskirche.

1. Kapelle von links - Marienkapelle, Gedenkkapelle

Diese Kapelle erinnert an die Katholiken unseres Bistums, die in der NS-Zeit ihr Leben verloren, weil sie sich zu ihrem Glauben bekannten, sich für andere einsetzten oder zu Unrecht und Willkür nicht schweigen wollten.

Dort befindet sich auch eine Kopie der Pietà von Michelangelo. Auf Initiative des VCI zu dessen 100-jährigem Jubiläum 1977 wurde aus gemahlenem Carraramarmor und Polyesterharz ein Abguss nach der Kopie in den Vatikanischen Gärten gefertigt. Als Geschenk an die St. Hedwigs-Kathedrale ist die Nachbildung dort seit 1978 zu sehen.

2. Kapelle von links - Bernhard-Lichtenberg-Kapelle

Zentrum dieser Gedenkkapelle ist das Grab von Dompropst Bernhard Lichtenberg. Er predigte den Gläubigen christliche Verantwortung angesichts der Willkür des Naziregimes. Auch betete er öffentlich in der Kathedrale für die verfolgten Juden und war verantwortlicher Referent des Bischöflichen Hilfswerks für Juden und nichtarische Christen. Dafür wurde er inhaftiert und ist nach zwei Jahren im Tegeler Gefängnis auf dem Transport ins KZ Dachau am 5. November 1943 verstorben. Am 23. Juni 1996 ist er in Berlin von Papst Johannes Paul II seliggesprochen worden.

Als wertvolles Gedenkstück neueren Datums wird hier die Urkunde aus Yad Vashem (2004) zur Ehrung Bernhard Lichtenbergs als „Gerechter unter den Völkern“ gezeigt.

3. Kapelle von links - Ottokapelle

Der Hl. Otto (1060-1139) ist wegen seiner erfolgreichen Missionsreisen nach Pommern, ins heutige Bistumsgebiet, der zweite Patron des Bistums Berlin.
In einem Reliquienschrein unter dem Fenster wird eine Armreliquie des Hl. Otto, ein Geschenk aus Bamberg, verwahrt.
In der Kapelle stehen zwei Bischofsfiguren aus Holz, Arbeiten aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

4. Kapelle von links - Grabkapelle

In dieser Kapelle befinden sich die Grabstätten der ersten Bischöfe von Berlin. Als Andachtsraum akzentuiert wird sie durch eine Pietà aus Holz, eine vorzüglich gearbeitete Schnitzgruppe aus der Zeit nach 1400, der Reihe der „Schönen Vesperbilder“ zugehörig.


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